Dos and don'ts in Marokko


Wer sich in das maghrebinische Königreich begibt, der tut das mit Sicherheit nicht ganz unvorbereitet. Einige grundlegende Dinge zu beachten, wird den Aufenthalt noch spannender und erlebnisreicher machen.

Innerhalb der großen Hotelanlagen in Agadir und teilweise auch in Marrakesch und Tanger können sich Reisende aus Europa fast so bewegen, wie sie es von zu Hause gewohnt sind, doch spätestens nach dem Verlassen des mehr oder weniger luxuriösen Quartiers ist man fast schon im marokkanischen Alltag angekommen, wobei Agadir immer noch eine Ausnahme bildet, da es schon seit einigen Jahrzehnten von Badegästen heimgesucht wird.

Marokko ist ein muslimisches Land. Aus diesem Grunde ist es besser, nicht zu freizügige Kleidung zu tragen. Ansonsten muss sich frau nicht wundern, wenn sich der Patissier von nebenan in ihrem Dekolletè verliert und das ist noch die harmloseste Variante.

Händschütteln zwischen Mann und Frau hat sich mittlerweile auch in Marokko eingebürgert. Menschen, die es jedoch mit ihrer islamischen Religion etwas genauer nehmen, folgen dieser europäischen Sitte nicht. Eine ablehnende Geste stellt also keinen persönlichen Affront dar.

Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit auszutauschen ist jedoch ein solcher und sollte aus diesem Grunde tunlichst vermieden werden. So mancher ehrwürdige alte Mann mit einem weißen Bart könnte sich dadurch sehr in seinen moralischen Werten verletzt fühlen.

Kurze Hosen für Männer sind ebenso tabu wie Spaghetti-Tops und kurze Röcke für Damen. Solcherlei Kleidung tragen in Marokko nur ganz besonders leichte Damen.

Die linke Hand gilt als unrein und wird beim Essen nicht dazu benutzt, die Speisen zum Mund zu führen. Im allgemeinen ist es üblich in marokkanischen Häusern, sich nach dem Toilettengang mit Wasser zu reinigen, wobei die linke Hand zum Einsatz kommt. Diese wird anschließend zwar ebenso gründlich wieder gereinigt, ist aber trotzdem beim Essen tabu. Auch Gegenstände werden nur mit der Rechten gereicht, ebenso kommt nur die Rechte beim Begrüßen in Frage. Mit ein klein wenig Übung bekommt das auch der Fremde mit der Zeit hin.

Alkohol gibt es im Allgemeinen nur in den großen Touristenzentren zu kaufen. In kleineren und ländlichen Ortschaften oder in den Vororten ist er nicht nur nicht zu haben, sondern auch in der Öffentlichkeit nicht zu sehen. Der Gast des Landes sollte diese Gepflogenheit beachten.

Andere berauschende Substanzen dagegen sind teilweise recht einfach zu bekommen und bilden bei einigen Bevölkerungsgruppen den krönenden Abschluss des Tages. Was die marokkanische Polizei dazu sagt, wenn sie einen westlichen Touristen dabei erwischt, vermag ich nicht zu sagen. Auch nicht, wie die Höhe des Schmiergeldes in einem solchen Falle ist. Eine Einladung zu einer "Opium-Party" könnte durchaus ernst gemeint sein und böse Folgen nach sich ziehen.

Die Polizei ist in Marokko immer noch gefürchtet und das aus gutem Grund. Die uniformierte und auch die nichtuniformierte Staatsmacht ist nicht sehr zaghaft im Umgang mit ihren Klienten und sollte deshalb stets mit Respekt behandelt werden.

Geld ist in Marokko immer knapp, jedenfalls bei der normalen, arbeitenden Bevölkerung und erst recht bei denen, die ihren Lebensunterhalt mit Betteln bestreiten müssen. Eine kleine Spende hier und da ist sicher angebracht und auch ein Trinkgeld wird gern entgegengenommen. Das berühmte Bakschisch kann so manche Türe öffnen. Wegen der vielen Menschen, die in Marokko doch Hunger leiden und der Kinder, die gerne eine Fanta trinken würden, sie sich aber nicht leisten können, ist es besser, nicht auf der Strasse zu essen und zu trinken. Es sei denn, man möchte seine Portion gerne mit anderen teilen.

Marokkaner sind freundlich zu ihren Besuchern und auch sehr hilfbereit, wenn man einmal nicht mehr weiter weiss. Sie sind geduldig mit Fremden und auch sehr tolerant. Seien wir es auch.

Die Berberdamen auf der Jamaa el Fna sind sehr geschäftstüchtig. Hier gibt es Henna Tattoos für zwei neugierige Touristinnen.


Auch wenn die blonden Locken locken.

Sie hat alles richtig gemacht und ist vorbildlich gekleidet.

Nun ja, die Marrakschi sind allerhand gewöhnt!