Die Berber - ein Volk der Vielfalt

                                Hübsches Berbermädchen 

                            vom Stamm der Ait Haddidou

                         ("Ait" bedeutet "Stamm" auf Tamazight)

 

Wer sind sie eigentlich, dieses Volk, das den Couscous erfunden hat und dem man ein gewisses Mass an Sturheit nachsagt?


Nun, die genaue Herkunft der Berber liegt im Dunkel der Geschichte verborgen. Eine Theorie besagt, dass sie vor Jahrtausenden aus dem Gebiet des heutigen Jemen nach Nordafrika eingewandert sind. Diese Theorie wird vor allem von der Ähnlichkeit der Architektur der typisch berberischen Lehmbauten und der klassischen Bauweise im Hadramaut im Jemen gestützt.

Die berühmte Kasbah Ait Benhaddou in Marokko

Häuser im historischen Shibam im Jemen


Moschee Uqba ben Nafi, Kairouan/Tunesien


Der Name „Berber“ stammt eigentlich aus dem griechischen und bezeichnete Barbaren (Barbarus), denn den alten Griechen muss die ursprüngliche Lebensweise der Berber recht barbarisch vorgekommen sein.

Nun, wie dem auch sei, die Berber, die sich selbst als Imazighen bezeichnen, bilden die ursprüngliche Bevölkerung Nordafrikas und leben ausser in Marokko noch in Algerien, Tunesien, Mali, Mauretanien, im Niger und in der Oase Siwa in Ägypten.

Ihre Sprache ist nicht einheitlich, doch kann sie einer eigenen Sprachfamilie zugeordnet werden, dem Tamazight oder auch Tifinagh.

In Marokko werden vor allem die Dialekte Tarifit im Rif (Nordmarokko), Tashelhit oder auch Chleuh genannt in Südmarokko und Tamzight im Atlasgebirge gesprochen. Die Berber machen etwa 80% der gesamten Bevölkerung Marokkos aus. Somit sind und waren sie auch prägend für die Kultur des Landes.

Der Gefährte des Propheten Muhammad (Allahs Segen und Frieden auf ihm), der noch heute verehrte und bekannte Uqba ibn Nafi brachte den Islam nach Nordafrika und wurde von der Mehrzahl der Berberstämme unterstützt. Die unter Führung einer Frau, der „Kahina“ (Priesterin) stehende Gegenbewegung wurde besiegt und somit setzte eine Arabisierung des Maghreb ein. Berberische Glaubenskämpfer und Gelehrte trugen dazu bei, den Islam weiter zu verbreiten und bekannt zu machen. Insbesondere auch in Andalusien spielten sie eine wichtige Rolle.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Berber auch heute noch Muslime.



Berberfrau beim Zubereiten von Couscous, einem Gericht aus gerolltem Hartweizengriess.

Berberflagge


Blau steht für das Meer Grün für die Berge, Gelb für die Wüste

Der Buchstabe "Yaz" für den freien Mann. Die Flagge wurde von dem kabylisch-berberischen Aktivisten Muhand Bessaoud aus Algerien entworfen



Alphabet der Schriftsprache der Berber "Tifinagh"


Politische Machtkämpfe führten jedoch dazu, dass die Sprache und Kultur der Berber immer weiter ins Hintertreffen geriet. König Muhammad VI. änderte jedoch die politischen Linie im Land. Es gibt nunmehr Sendungen in Tamazight im TV, die Sprache wurde zur dritten Amtssprache im Land erklärt.

Die Berber selbst gelten im Land als recht geschäftstüchtig und auch ein wenig eigensinnig. Rein äußerlich kann man sie kaum von den Arabern in Marokko unterscheiden, zumal sie sich im Laufe der Jahrhunderte mit ihnen vermischt haben. Es gibt sehr dunkle Berber, die ursprünglich aus den südlichen Regionen des Landes stammen, aber auch sehr helle und blonde Berber, die ihre Wurzeln zumeist in der Gegend des Rif in Nordmarokko haben. Selbst das Königshaus ist mit einigen Berberstämmen verbunden, da die Könige Berberprinzessinnen ehelichten. Die Mutter des heutigen Königs Muhammad VI ist eine Berberin.


Grossmutter mit Enkelkind

Berber aus Marokko

Berberjunge aus Mali


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