Food Moroccan Style

Kaum eine orientalische Küche ist so vielfältig und überraschend wie die marokkanische.

Viele verschiedene Einflüsse haben die cuisine des nordafrikanischen Königreiches beeinflusst.

Sowohl die Ureinwohner der Region, die Berber, als auch die eingewanderten Araber und die Kolonialmächte Frankreich uns Spanien haben einen Anteil an den Genüssen, die heute den Charakter der marokkanischen Küche bestimmen

Neben einfachen und traditionellen Speisen, wie Couscous oder einer leckeren Linsensuppe, sind auch sehr raffinierte und aufwändige Gerichte auf dem Speiseplan einer marokkanischen Hausfrau zu finden, sofern sie denn die Mittel dazu besitzt.

Doch selbst Linsen (Addes) erfordern eine Menge Arbeit, denn der marokkanische Hausherr wünscht seine Speisen im Allgemeinen frisch und hausgemacht.

So steht sie denn schon vor dem Morgengrauen in der Küche, die arme Hausfrau und knetet den Teig für Msemen oder Harcha. Msemen sind eine Art viereckige Crèpes und Harcha ein Pfannkuchen aus Griess.

Aber wehe, die Msemen haben keine dunkelbraunen Punkte oder die Harcha keine winzigen Löcher nach dem Backen. Das würde die Unfähigkeit der Hausfrau nur allzu deutlich beweisen.

Ist das Frühstück verputzt, dann gibt es keine Pause. Das Mittagessen muss gerichtet werden. Selbst wenn es sich nur um eine Suppe aus den oben erwähnten Addes handelt, ist hier Ausdauer gefragt. Die Tomaten werden von Hand gerieben, die Zwiebeln geschnitten, die Linsen wurden bereits am Vortag eingweicht und ohne einen mundgerecht in kleine Stückchen geschnipselten Salat ist das Essen sowieso nicht komplett.

Für den Salat müssen Eier, Kartoffeln und Rote Beete noch gekocht werden, damit es auch allen mundet.

So zieht sich das Ganze durch den Tag. Der Couscous, der übrigens eine Erfindung der Berber ist, muss gerollt und gelockert werden. Zentnerweise komplizierte Kekse werden wie Soldaten in exakten Reihen auf den Backblechen plaziert. Man muss schließlich gerüstet sein, wenn Besuch kommt.

Cornes des Gazelles, die Krönung der marokkanischen Patisserie

Bei dieser Art der Gazellenhörnchen handelt es sich um ein feines Gebäck mit einer delikaten Füllung aus Mandelpaste.



Marokkaner sind ausgemachte Fleischliebhaber, auch wenn sich das nicht alle leisten können. Manche Familien essen täglich Fleisch und andere eben nur zu hohen islamischen Feiertagen. Die Palette der Fleischgerichte reicht von einem Mechoui, bei dem ein ganzer Hammel übers Grillfeuer gehängt wird bis zu gegrillten Merguez. Letztere sind gegrillte und scharf gewürzte Fleischwürstchen. Täubchen auf Blätterteig, getränkt mit einer köstlichen Sauce oder Pastilla kennt und liebt der Marokkaner ebenso wie gekochte Kalbshirne oder gesottene Innereien. Die Pastilla ist eine Blätterteigpastete, die traditionell mit Täubchenfleisch gefüllt  und nach dem Backen mit Puderzucker bestäubt wird. Wenn gerade kein Täubchen zur Hand ist, muss eben ein Huhn daran glauben. Das absolute Highlight für jeden echten Marokkaner ist jedoch Khlia. Hierbei handelt es sich um Dörrfleisch aus Hammel, welches in seinem eigenen Fett konserviert ist. Streng genommen ist dieses Fleisch verdorben und riecht auch nicht sehr gut. Angeblich soll es aber stark machen und gesund sein.


Food Experte Andrew Zimmern in Marokko

Alles in Allem ist die marokkanische Küche sehr reichhaltig und interessant. Selbst die ungwöhnlichen Kombinationen von Fleisch und süßen Trockenfrüchten haben ihre Liebhaber in Europa und Amerika gefunden. Tajines (im Keramiktopf Gegartes), Kekse, raffiniertes Gebäck aller Art, Couscous, Shorba (Suppe), Schnecken, Fisch, Fleisch, selbst gegrillte Nierchen werden mit ausgeklügelten Gewürzmischungen in herzhafte oder süße Delikatessen verwandelt. Zum Schluss gibt es köstliches Obst, frischen Orangesaft, oder reife Granatäpfel.

Couscous mit Gemüse und Kichererbsen

Ein kleines Teechen zur Verdauung.

Thè a la Menthe, grüner Tee mit Pfefferminz


Eine Reise nach Marokko ist immer auch ein kulinarisches Erlebnis.

Doch ganz ehrlich, alles muss man wirklich nicht probieren.

Khlia, nicht für jeden geeignet

 

 

Eine Überbrückung bis zum nächsten Urlaub:

Marokkanisches Dinner zu Hause

Arganöl, das Gold Marokkos.


Mein persönlicher Favorit ist übrigens Arganöl mit Amlou, einer unbeschreiblich deliziösen Mandelpaste. Die echte gibt's aber nur in Marokko.

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