L'amour arabe - Liebe Marokkanisch

Blondinen bevorzugt. Sollte man eigentlich denken, denn die sind in Marokko dünn gesät. Dem ist aber nicht so. Jede westliche Frau, die sich in dieses orientalische Land begibt, ist eigentlich ein potentielles Opfer von Jägern, die es nach weissem Fleisch gelüstet. Dabei spielen die Haarfarbe, das Alter und andere Nebensächlichkeiten keine Rolle. Wenn sie dazu noch alleine bzw. ohne männliche Begleitung reist, dann ist sie geradzu von einer hungrigen Meute von Wölfen umzingelt. Diese geben das natürlich nicht zu und benehmen sich erst mal wie kleine, zahme Miezekätzchen.

Zugegeben, das ist ein wenig übertrieben, doch eine Frau aus dem "gelobten Land" ist für viele Marokkaner der Schlüssel zum Glück. Das ist auch verständlich, denn kaum einer ist in der Lage, den eisernen Vorhang zu durchdringen, der sich zwischen Europa und Afrika befindet. So ist eine Heirat mit einer Europäerin fast die einzige legale Methode, einen Fuss in die Tür zum vermeintlichen Paradies zu bekommen, es sei denn man ist ein Elitestudent und hat noch dazu gute Beziehungen zur Administration. So ist vielleicht ein Studienplatz in Köln oder Leipzig drin. Die anderen bleiben draussen und drücken sich die Nasen platt.

Wie aber erlegt man nun eine solche, vermeintlich fette Beute? Nun, das ist ganz einfach. Der Araber an sich bedient sich oft einer sehr blumenreichen Sprache und damit trifft er auch Madame oder Mademoiselle mitten ins Herz. Dieses bleibt ihr vielleicht sofort stehen, wenn ein Briefmarkenverkäufer in Marrakesch ihr vorsäuselt: "Can I call you my rose?" Solche und ähnliche Sprüche bekommt man dort zuhauf, bis einem als kalte Mitteleuropäerin ganz schwindlig wird davon. Genauso wollten sie es haben. Nun noch ein verstohlener Blick in Dekolletè und Madame ist dahin, sprich, sie lässt sich auf einen Kaffee einladen.

Alles weitere hängt vom Talent und den Möglichkeiten des Jägers ab.

Nun sollte man aber nicht glauben, dass hinter jedem Kompliment eine schlechte Absicht lauert und jeder Annäherungsversuch eine Finte ist, um nach Europa zu kommen.

Doch etwas Vorsicht ist schon geboten in dieser Hinsicht, denn das Herz ist schnell entflammt unter südlichem Sternenhimmel und Liebe macht bekanntlich blind.

Wie gesagt, steckt nicht immer hinter allem eine böse Absicht, doch bevor Frau ihrem "Habibi" das Ja-Wort gibt, sollte sie sich wirklich intensiv mit der marokkanischen Kultur und der islamischen Religion und Tradition beschäftigen. Missverständnisse von beiden Seiten sind sonst vorprogrammiert.

Einen kleinen Einblick in das Denken und Fühlen beider Beteiligter gibt dieses kleine Büchlein.

Ansonsten ist es natürlich ratsam, immer ein waches Auge zu haben. Geldforderungen, übereilte Heiratsabsichten und dergleichen könnten ein Indiz dafür sein, dass es dem Herzbuben um andere Dinge geht als um eine ehrlich gemeinte Ehe.

Doch es gibt natürlich auch jede Menge netter Marokkaner, auf die eine Europäerin genauso exotisch wirkt, wie er selbst auf die Europäerin. Solche Gegensätzlichkeiten geben bekanntlich manchmal den Ausschlag für den Anfang einer sehr romantischen Verbindung.


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